Regelmäßig kommt es zu absurden Analysten-Bewertungen der Mologen-Aktie. Eine Gesprächsunterlage beweist nun, warum das so ist. Die Aktien-Experten der Banken und Wertpapierhäuser werden schlicht hinters Licht geführt.

First Berlin: Simon Scholes meint, dass das Mologen-Papier auf → 13,30 Euro steigt; Edison Investment Research: Dr. Susie Jana und Dr. Daniel Wilkinson glauben, dass die Mologen-Aktie auf → 7,36 Euro klettern wird. Und das von einem Niveau nahe bei 1 Euro!

Regelmäßig bejubeln Experten das Kurspotenzial der Mologen-Aktie und kommen auf Zahlen, die angesichts der bedrückenden Studienergebnisse und wirtschaftlichen Lage des Unternehmens völlig überdreht sind.

Kleinere Börsenmedien wie → Der Aktionär oder → 4Investors, wo man keinen guten Ruf zu verlieren hat, ziehen dann nach und verbreiten die frohe Kunde in euphorischen Artikeln.

Man könnte jetzt mutmaßen, wie es dazu kommt und über das Geschäftsmodell der sogenannten Aktien-Analysten auf der ganzen Welt räsonieren, die meistens in Firmen sitzen, wo man auch Beratungsdienstleistungen einkaufen kann und das Prinzip vom Geben und Nehmen fröhliche Urstände feiert. Aber vielleicht ist die Antwort viel einfacher.

Die → Gesprächsunterlage der Mologen AG für eine Telefonkonferenz mit Wertpapieranalysten vom 24. April 2017 zeigt, mit welchen Informationen die Wertpapier-Experten gefüttert werden. Und was man ihnen nicht verrät, damit sie zu einem möglichst positiven Urteil kommen.

Genauso wie die → Pressemitteilung vom selben Tag blendet die Powerpoint-Präsentation für die Analysten nämlich weitgehend aus, dass die Patientenstudie Impulse zu einem erschreckenden Ergebnis kam. Ein großer Teil der Probanden, die mit dem Mologen-Wirkstoff Lefitolimod gegen Lungenkrebs behandelt wurden, verstarb schneller als die Patienten in der Kontrollgruppe, die kein Lefitolimod verabreicht bekamen.

Stattdessen feiert sich Mologen für die angeblich tolle Reaktion auf den Wirkstoff in zwei „klinisch relevanten Subgruppen“.

Wie trickreich die Mologen PR das Impulse-Desaster verschleiert, beschrieb ich in diesem Artikel:

So verwandelt die Mologen AG einen schrecklichen Studien-Flop in Jubel-PR für die Börse

In der Analysten-Unterlage steht dann nur der lapidare Satz: „In this highly challenging indication the primary endpoint OS was not met in the overall study population.“ Und gleich darunter eine Tabelle mit Nebenwirkungen, die schön harmlos klingen: Husten, Kopfweh, Rückenschmerzen…

Weiter unten folgt dann ein Wachstums-Ausblick auf das Milliardengeschäft mit Krebstherapien in den USA. So froh gestimmt schickte man die Analysten zum Bewerten.